Demografie 5.0

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde unserer legendären Demografie Foren:

jährlich rückt im Herbst die Demografie Award Verleihung näher. Einmal mehr gilt es, herausragende Unternehmen mit Ihren Strategien und Handlungsfeldern in den Mittelpunkt zu stellen. Sie alle zeichnen ein besonderer Unternehmergeist, innovative Geschäftsmodelle, herausragende Umsetzung der Demografie Beratung, bürgerschaftliches Engagement vor Ort und Verantwortung für die Zukunft aus. Sie sind damit beste Repräsentanten des demografisch- wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rückgrats unseres Landes.

Unser Mittelstand in Industrie und Handel, im Handwerk, in den Freien Berufen, in der Landwirtschaft oder im Dienstleistungssektor schafft Zukunftschancen, Wohlstand und Arbeitsplätze und muss sich künftig mehr und mehr um die demografische Entwicklung bemühen. Um diesen Erfolg langfristig zu sichern und auszubauen, brauchen wir ein wachstums-,

 arbeitsplatz- und gründungsfreundliches wirtschaftspolitisches Klima. Hier sehen wir als Deutsches Demografie Forum jährlich mehr dringenden Handlungsbedarf. Denn die Bundesregierung legt wenig bis keinen gestalterischen Anspruch an den Tag: Wichtige Zukunftsinvestitionen bleiben aus. Digitalisierung und demografischer Wandel werden fast komplett ausgeblendet. Staatliche Eingriffe und Bevormundung sind auf dem Vormarsch. Bürokratische und finanzielle Lasten gehen an die Substanz mittelständischer Unternehmen. Studenten werden von ausländischen Unternehmen geholt und die heimische mittelständische Wirtschaft kommt den technischen Innovationen nicht mehr nach.

Deshalb benötigen wir ein Update für Deutschland. Dazu müssen wir die Kräfte der Sozialen Marktwirtschaft wieder stärken. Und wir müssen mehr in die Zukunft investieren, sie gestalten. Dazu haben wir im Deutschen Demografie Forum konkrete Vorschläge. Diese diskutieren wir mit Ihnen, Studenten und Old Scool Unternehmer auf unseren Demografie 5.0 Foren. Jährlich mehr als 30 Veranstaltungen.

Unsere Vorschläge:

Erstens: Mut zur Sozialen Marktwirtschaft

Die Soziale Marktwirtschaft mit ihren Grundprinzipien Freiheit und Verantwortung hat unser Land stark gemacht. Doch Deutschland fremdelt gegenwärtig mit ihr. Diese Entwicklung wird auch von der Politik der Großen Koalition befeuert. Sie erhofft sich den Applaus des Tages, wenn sie staatliche Eingriffe ankündigt, um den Menschen Verantwortung zu nehmen. Subventionen für Öko-Energie, steigende Steuer- und Abgabenquoten, die Mietpreisbremse oder Kaufprämien für Elektroautos höhlen die Marktwirtschaft immer weiter aus und beschneiden Freiheit.

Deutschland braucht also wieder mehr Mut zur Sozialen Marktwirtschaft. Dazu gehört eine ordoliberale Regulierung der Finanzmärkte. „Too big to fail” darf es ebenso wenig geben wie eine EZB, die pausenlos Geld druckt. Wir brauchen im demografischen Wandel Wettbewerb und Marktwirtschaft im Energiesektor, kein verkrustetes Subventionssystem wie das EEG. Außerdem braucht es ein starkes und einfaches Steuerrecht modernisiert. Es darf nicht so bleiben, dass der mittelständische Betrieb mehr Steuern zahlt als der Großkonzern.

Zweitens: Die beste Bildung der Welt

Wer die vor uns liegenden demografischen Herausforderungen meistern will, muss den Menschen Erfindungsreichtum und Verantwortung zurückgeben. Wir wollen den einzelnen Menschen im Unternehmen zum Botschafter und damit groß machen, und nicht als „Arbeiter“ aussehen lassen. Das gelingt nur über Bildung und Abholung von Studenten, was künftig eine zentrale Schlüsselaufgabe ist.

Drittens: Deutschland reparieren, digitalisieren und modernisieren

Unser erfolgreicher Mittelstand benötigt intakte und leistungsfähige Straßen, Schienen, Wasserwege, Flughäfen und Breitbandnetze im demografischen Wandel. Der Glasfaserausbau geht jedoch nicht schnell genug voran, auch weil die Bundesregierung die Re-Monopolisierung veralteter Kupferleitungen vorantreibt. Seit Jahrzehnten besteht außerdem ein erheblicher Sanierungsstau bei der Infrastruktur, der dringend behoben werden muss. Ohne diesem wird es schwierig, den demografischen Wandel entgegen zu treten.

Die Digitalisierungs- und Modernisierungsoffensive darf jedoch nicht bei der Infrastruktur haltmachen. Wir müssen das Gründerklima in Deutschland wieder verbessern, um Startups besser zu unterstützen und die wirtschaftliche Dynamik im Wandel zu stärken. Ein bürokratiefreies Jahr für Gründer und ein investitionsfreundliches Steuerrecht wären ein guter Anfang. Wir brauchen ein modernes Einwanderungsrecht. Wir müssen Staat und Verwaltung digitalisieren: Modernes E-Government statt Amtsschimmel muss unser Ziel sein. Und wir müssen Investitionen in Innovationen stärken. Eine steuerliche Forschungsförderung für den Mittelstand wäre ein wichtiger Beitrag dazu. Genauso wie der Aus- und Aufbau einer modernen und zeitgemäßen Demografie Strategie im Bund. Ohne Demografie Ministerium und mit nur aktuell wenigen Mitarbeitern im Innenministerium werden wir älter aussehen als Deutschland eh schon ist. Darüber müssen wir mit der Politik sprechen.

Fazit: Mit einem solchen Update schaffen wir die Grundlagen und Freiräume für Wettbewerbsfähigkeit, Innovationen und einen erfolgreichen Mittelstand auch in der Zukunft. Die in diesem Jahr beim Demografie Award geehrten Unternehmen zeigen eindrücklich, dass Deutschland die besten Voraussetzungen dafür hat.

Ihr Bernhard Schindler