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Der Bundesverband demografischer Wandel Unternehmerverband Deutschland lud nach Füssen ins Festspielhaus

2. Allgäu Demografie Forum voller Erfolg! Volles Festspielhaus und sieben prominente Redner gaben sich fünf Stunden die Ehre.

Rente mit 63 größter Schmarrn aller Zeiten!

Allgäuer Unternehmen machen sich “fit” für den demografischen Wandel und nehmen dafür Geld in die Hand. Seit 2013 ist die Nachfrage nach Demografie-Beratung um fast 30 Prozent gestiegen, erklärt Bernhard Schindler, Präsident des Bundesverband demografischer Wandel Unternehmerverband Deutschland e.V.. Vor allem der Fachkräftemangel im produzierenden Mittelstand schafft Handlungsdruck. Aber auch die höchst unsinnige Rente mit 63 wurde von Schindler zerlegt. „Dadurch beschäftigt der demografische Wandel immer mehr Unternehmen. Sei es, daß sie mit älteren Belegschaften arbeiten, Lehrstellen nicht mehr besetzen können oder ihre Produkte an eine ältere Kundschaft anpassen müssen. Um “fit” für den demografischen Wandel zu werden, holen sich die Unternehmen verstärkt externe Unterstützung ins Haus, oftmals unsere Demografie Berater, welche am Deutschen Demografie Campus ausgebildet werden”, so Schindler weiter. Er verband seine einleitenden Worte mit einem Grußwort von Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maiziere, mit welchem er am 22.9. zwei Stunden am Tisch saß und über die aktuelle Situation in Berlin diskutierte. Der demografische Wandel hinterlässt seine Spuren schon heute: Während insgesamt die Bevölkerungsanzahl schrumpft, wird die Gesellschaft immer älter. Laut statistischem Bundesamt werden schätzungsweise 2050 nur noch circa 51,4 Prozent aller Deutschen zwischen 20 und 64 Jahre alt sein. Bei 34 Prozent werde der Anteil der über 65-jährigen liegen. Dahingegen sollen dann nur noch 15,1 Prozent unter 20 Jahre alt sein. Diese Entwicklung stellt politische und soziale Strukturen vor eine riesen Herausforderung. Will Deutschland den Bevölkerungsstand in seiner jetzigen Altersstruktur halten, braucht es eine Zuwanderung von 500.000 vor allem junger Menschen pro Jahr. Das halten wir als Bundesverband demografischer Wandel Unternehmerverband Deutschland e.V. weder für realistisch noch erstrebenswert, weil die Bevölkerung insgesamt weltweit altert. Geht es allein um den Bevölkerungsstand, braucht es etwa 300.000 Menschen. Deutschland kann sich aber auch auf eine zahlenmäßig schrumpfende und älter werdende Bevölkerung einstellen. Das erfordert allerdings eine ganz andere, eine neue Politik, als die, die seit Jahren betrieben wird. Viele Großunternehmen entwickeln bereits heute Strategien, um den Auswirkungen des demografischen Wandels entgegen zu wirken. Dabei sind es gerade die kleinen und mittelständischen Unternehmen, vor allem im Allgäu, die im zukünftigen Wettbewerb um junge Nachwuchskräfte das Nachsehen haben werden, da in den Augen vieler Bewerber die großen Arbeitgeber als attraktiver gelten, so Schindler in seinem Vortrag.

Der ehrbare Kaufmann

Das vollbesetzte Festspielhaus lauschte den Ausführungen von Prof. Dr. Thomas Schwartz, dem fernsehbekannten Priester aus Mering, als er die Rolle der Unternehmenskultur launisch humorvoll vorbrachte: „Werte zu leben obliegt nicht der Personalabteilung, sondern ist Führungsaufgabe. Nur Führung verändert Kultur und hilft, die Herausforderungen des demografischen Wandels zu bestehen.“ Und bei der Frage von Schwartz, wie eine Führungsperson die Unternehmenskultur verändern kann, hilft ein Blick auf das Paradigma des sog. „Ehrbaren Unternehmers“.

Orientierung am Journalismus

„Mittelständler, die im Kampf um die besten Köpfe vorn sein wollen, müssen eine starke Marke aufbauen“, lautet die zentrale Botschaft von Alexander Christiani, dem Inhaber des Instituts für Story-Marketing. „Um das zu schaffen, müssen Sie die drei Denkgrenzen hinter sich lassen, die die meisten Werbeagenturen im Mittelstand bremsen“ fordert der Experte: Vertrauen durch Bekanntheit, orientieren Sie sich an Journalisten und Kunden und Mitarbeiter mögen keine Angebermarken.

Hohe Risiken im Wandel

„Der demografische Wandel bringt hohe Risiken für den Aufbau und die Sicherung des Privatvermögens jedes Einzelnen, um damit auch im Alter den gewünschten Lebensstandard zu erhalten. Anleger sind gut beraten, ihre Vermögensanlage mit einer klar definierten Strategie zu planen und nicht ohne Konzept in Immobilien, Versicherungen oder Wertpapiere zu investieren. Mit einer durchdachten Planung können persönliche Lebensziele berücksichtigt und Risiken reduziert werden. Gleichzeitig kann später das geschaffene Vermögen verantwortungsvoll an die nächste Generation übergeben werden.“, so der Leiter Kunden des Bankhauses Jungholz Florian Herfurth

Das Rentenniveau sinkt. Das bedeutet für viele Ruheständler starke Einschränkungen, sogar Durchschnittsverdienern droht Altersarmut. Das macht vielen Menschen Angst. Dem entsprechend stellte Dr. Kling (Leiter des IFA Institutes Ulm) klar, eine Rentenversorgung auf betrieblicher Basis ist das Mitarbeiterbindungsinstrumentarium Nr. 1. Nach der Rente ab 63 sind weitere Reformen dringend notwendig, damit auch die junge Generation im Alter gut abgesichert ist. Gedanken fand Kling an einer ganz neuen betrieblichen und privaten Altersvorsorge.

Dr. Franz Georg Strauß, Sohn des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten

Der Ansatz einer nachhaltigen Entwicklung verbindet wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit ökologischer Verantwortung und sozialer Gerechtigkeit. Von besonderer Bedeutung ist, dass die drei Aspekte (Ökologie, Ökonomie und Soziales) der Nachhaltigkeit dabei gleichberechtigt nebeneinander stehen. Die jetzige Generation der Menschheit trägt die Verantwortung für das Leben der zukünftigen Generationen, sowohl global im Sinne einer Verantwortung für die Gesamtbevölkerung auf der Erde, als auch lokal hier im Allgäu vor der eigenen Unternehmertür so Strauß. Fakt ist, dass durch effiziente Planung und Umbauten bis zu 6 % vom Umsatz eingespart werden könne. Das wiederum wäre die ideale Zufuhr für demografiefeste Maßnahmen, u.a. einer betrieblichen Krankenversicherung.

ARD Motorsportlegende Norbert Haug und der Moderator des Abends der Schlagerstar und Fernsehmoderator Maxi Arland gaben zum Schluss dem Auditorium einen Einblick in die aktuellen Situationen der Automobilhersteller, besprachen das ICar und die Entwicklungen bei google.de und im Motorsport.

Ein höchst gelungener Abend der bei einem tollen Buffet Ausklang fand und nach der dritten Auflage schreit, so der Leiter des Festspielhauses in Füssen.

BDW e.V.

26.09.2015